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Mai 2011: Neue Ernst & Young Studie zu Korruption

Eine aktuelle Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young ergab, dass rund ein Drittel der befragten 2365 Angestellten aus 25 europäischen Ländern bereit war, mittels Korruption Geschäftsaufträge zu erlangen.

Zwei Drittel gaben an, dass Korruption ein in ihrem Geschäftsfeld weit verbreitetes Phänomen sei. Insbesondere die Wirtschaftskrise der letzten Jahre habe den Druck auf die Angestellten erhöht, mit Hilfe unlauterer Praktiken neue Geschäfte zu akquirieren.

Zwar versuchen gerade Großkonzerne, ihre Mitarbeiter in Bezug auf die Vermeidung von Korruptionsstraftaten und Kartellverstößen zu schulen. Allerdings gaben weniger als 20 Prozent der in Deutschland befragten Mitarbeiter an, an einer solchen Schulungsmaßnahme teilgenommen zu haben. Von diesen erklärten wiederum nur ein Drittel, dass es in ihrem Unternehmen klare Verhaltenskodices gegen Korruption gebe.

Gerade nach den zahlreichen Korruptionsskandalen der letzten Jahre ist das Ergebnis der vorliegenden Studie mehr als ernüchternd. Ganz offensichtlich ist das Bewusstsein für Unternehmensrisiken infolge korruptiven Handelns trotz zahlreicher Appelle aus Politik und Wirtschaft und erheblicher Gesetzesverschärfungen immer noch sehr schwach ausgeprägt. Mitarbeiter werden mit ihrem problematischen Geschäftsumfeld allein gelassen, frei nach dem Motto: "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß". Dass dies allerdings eine krasse Fehleinschätzung vonseiten des verantwortlichen Managements ist, stellt sich spätestens im Falle von strafrechtlichen Ermittlungen heraus, wenn sich der Satz "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" in seiner modernen Ausprägung des internationalen Wirtschaftsverkehrs bewahrheitet.

Link zu Pressemitteilungen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,763284,00.html

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